Taufe & Co.: Die Sakramente

In den Sakramenten wird Gott spürbar und greifbar. Die katholische Kirche kennt sieben Sakramente:
Eucharistie (Heilige Kommunion)
Die Sakramente berühren alle wichtigen Punkte im Laufe des Lebens eines Christen und sind untrennbar verbunden mit dem christlichen Glauben.
Die Taufe
Durch die Taufe hat der Mensch Teil am Leben Gottes. Der Mensch wird von der Sünde befreit und dadurch sozusagen ein zweites Mal geboren. Durch die Taufe wird er in die christliche Gemeinschaft aufgenommen.
"Kehrt um, und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung seiner Sünden; dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen" predigt der Apostel Petrus am Pfingsttag (Apg 2,38). Daher tauft der Priester oder Diakon den Täufling im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Dabei gießt er Wasser über den Täufling oder taucht ihn vollständig ins Taufwasser.
Taufen bedeutet "eintauchen" und symbolisiert so den Tod des alten Menschen und das Neu-Geboren-Werden als Christ. Wenn Säuglinge die Taufe empfangen, führt der Priester oder Diakon mit den Eltern und Paten ein Gespräch zur Vorbereitung auf das Sakrament.
Immer wieder haben auch Kinder, Jugendliche oder Erwachsene ohne christliche Bindung den Wunsch, zur Kirche und der christlichen Gemeinschaft dazuzugehören. Ein persönlicher Kontakt zu Christen und eine Auseinandersetzung mit dem Glauben und der Heiligen Schrift stehen immer am Beginn. In einer besonderen Feier werden die Taufbewerber (=Katechumenen) offiziell in den Katechumenat aufgenommen. Während des Katechumenats, während des Weges des Christwerdens, wird die Auseinandersetzung mit dem Glauben intensiviert. Auf diesem Weg werden die Taufbewerber von den Seelsorgern, von Gemeindemitgliedern und natürlich von ihrem Taufpaten begleitet. In einem Gemeindegottesdienst - möglichst in der Osternacht - werden die Taufbewerber dann getauft und erhalten das Sakrament der Firmung. Danach empfangen sie zum ersten Mal die heilige Kommunion.
Weitere Informationen gibt es auf den Websites der Abteilung
Gemeindepastoral des Erzbistums Köln und der
Katholischen Glaubensberatung / fides in Köln.
Auf einen ersten Kontakt freuen sich die Seelsorger von Herz Jesu Schildgen. (mbe)
Die Firmung
In der Firmung bekräftigt der getaufte Christ seinen Glauben und seine Bindung an die Kirche. Der Bischof salbt den Firmling mit Chrisam-Öl, legt ihm die Hände auf und spricht: "Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist." Dadurch wird der herangewachsene Christ mit der Kraft des Heiligen Geistes beschenkt und zum Leben aus dem Glauben bestärkt, das in der Taufe begonnen hat. Während der ersten Jahrhunderte war die Firmung mit der Taufe - wie immer noch bei der Erwachsenentaufe - in einer einzigen Feier verbunden. Junge Christen werden heute in der Regel mit 14 bis 16 Jahren gefirmt.
Die Firmkatechese
Unter der Anleitung von Firmkatecheten bereiten sich die Jugendlichen in Gruppen etwa ein halbes Jahr auf dieses Sakrament vor. Teil der Vorbereitung sind auch gemeinsame Einkehrtage. Am Ende der Vorbereitungszeit werden die jungen Christen gefragt, ob sie sich auf ein Leben als Christ in der Kirche einlassen wollen. Wie bei der Taufe steht dem Firmling ein Pate zur Seite, der bereits in seiner eigenen Firmung seine Bindung an den dreieinigen Gott gefestigt hat.
Auch erwachsene Firmbewerber können sich nach einer persönlichen Vorbereitungszeit der Firmung der Jugendlichen anschließen. Alternativ dazu wird Erwachsenen aus dem ganzen Erzbistum einmal im Jahr, am Samstag vor Pfingsten, im Kölner Dom das Firmsakrament gespendet. Die Vorbereitung findet in der Gemeinde statt. (mbe)
Informationen zur Vorbereitung von Jugendlichen auf das Firmsakrament gibt es bei Pastoralreferent Stephan Zinnecker. Für erwachsene Firmbewerber sind die jeweiligen Pfarrer die Ansprechpartner. (mbe)
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60 Tage nach Ostern wird das Hochfest des Leibes und des Blutes Christi - Fronleichnam - gefeiert. Unter freiem Himmel wird ein Altar errichtet. Nach der Feier der Heiligen Messe wird die Heilige Kommunion in einer feierlichen Prozession durch die Gemeinde getragen. vergrößern (Bild mbe)
Die Eucharistie (Heilige Kommunion)
Eucharistie ist das von Christus gestiftete, von der Kirche unter Danksagung (griechisch: eucharistia) gefeierte Mahl zum Gedächtnis des Herrn, in dem er selbst unter uns gegenwärtig ist. In jeder heiligen Messe folgt dem Wortgottesdienst die Eucharistiefeier. Für die Jünger bedeutete die Tischgemeinschaft mit Jesus eine Lebensgemeinschaft, die nicht mit der Himmelfahrt endete. Christus ordnet bei seinem Abschied die fortwährende Feier des Abendmahles an und schenkt seinen Freunden ein Unterpfand seiner bleibenden Gegenwart in den Gestalten von Wein und Brot (Mk 14, 22-25).
Im Abendmahl haben wir Gemeinschaft mit Jesus. Es verbindet auch alle miteinander, die daran teilnehmen. Das ist seit der Einsetzung durch Jesus so. Wichtig ist die aktive Teilnahme an diesem Mahl, d.h. der Empfang der heiligen Kommunion (lateinisch: communio = Gemeinschaft). Diese sinnvolle Bezeichnung für Christi Leib und Blut ist im katholischen Sprachgebrauch üblich. Wie der Körper Nahrung braucht, um lebensfähig zu sein, so braucht auch die Seele Nahrung, um nicht zu verkümmern.
Kommunionkatechese
Kinder des dritten Schuljahres werden auf die volle Teilnahme der Messfeier vorbereitet. Seit 30 Jahren geschieht das in unserer Gemeinde in Form der Sakramentenkatechese. Bis dahin unterrichtete der Pfarrer, Kaplan oder eine Schwester die Kinder, nun wurden erwachsene Christen gebeten, mit den Kindern ihren gelebten Glauben zu teilen . Angestoßen wurde dieses Umdenken durch das II. Vatikanische Konzil, das die Verantwortung von Priestern und Laien für die Glaubensweitergabe betonte. So trafen sich seither engagierte Mütter - und hin und wieder auch Väter - wöchentlich mit den Kommunionkindern in Gruppen von 6 bis 9 Kindern, um in der Katechese gemeinsam auf dem Glaubensweg unterwegs zu sein. So erleben die Kinder auch außerhalb der Familie, was es bedeutet und wie froh es macht, mit Christus verbunden zu sein.
In den Gruppen wird die Botschaft der Bibel auf die Lebenswelt der Kinder übertragen, das Beten geübt, Bilder betrachtet und gedeutet und oft auch gespielt. Die Mütter und Väter, die die Kinder begleiten, bilden zusammen mit dem Pastor und einer Gemeindekatechetin die Katechetenrunde. Dabei geht es um die Besprechung der anstehenden Katechesen. Umfangreiches Arbeitsmaterial, der Erfahrungsaustausch und weitere inhaltliche Informationen zu den anstehenden Themen helfen, eine sichere Grundlage zu schaffen.
Alle Eltern werden zu drei Elternabenden eingeladen, um miteinander den Kontakt zu pflegen, sich gegenseitig als Erzieher ihrer Kinder im Glauben wahrzunehmen und die Katechesen für sich umzusetzen. (ibr)
Kontakt:
Ilse Brachtendorf
Altenberger-Dom-Str. 205
51467 Bergisch Gladbach
Tel.: (02202) 86 26 05
Die Buße
Am besten beschreibt, was Buße meint, das Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lk 15,11-32): Der Sohn sagt sich von der Bindung an den Vater los, weil er meint, besser zu wissen, was für ihn gut ist. Nach schlechten Erfahrungen in der Ferne bereut er sein Tun und der Entschluss wächst, zu seinem Vater umzukehren. Bei seiner Heimkehr nimmt ihn der Vater freudig auf, ohne Vorwurf und Strafe. Er schenkt dem Sohn einen neuen Anfang, in Gemeinschaft mit ihm zu leben. Setzen wir für Sohn "der Mensch" ein und für Vater "Gott" , so erkennen wir einerseits die Auswirkung der Sünde und können anderseits auch in der Umkehr den Neuanfang wahrnehmen, den Gott schenkt. Diese Umkehr nennen wir Buße.
Christus hat die Sünde sehr ernst genommen und die Versöhnung mit Gott gepredigt. Er hat seinen Jüngern den Auftrag und die Vollmacht gegeben, allen Völkern "die Bekehrung zu predigen, damit ihre Sünden vergeben werden" ( Lk 24,47). Am Auferstehungstag sagt er zu seinen Jüngern: "Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben, wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert" (Joh 20,22ff). Für die Kirche ist das die Einsetzung des Versöhnungsvorgangs, der später als Bußsakrament bezeichnet wird.
Die Neuordnung des Bußsakramentes nach dem Konzil sieht verschiedene Formen für den sakramentalen Dienst der Versöhnung vor:
1) Die Feier der Versöhnung für einzelne, die Beichte, die im Beichtstuhl oder Beichtgesprächsraum stattfindet.
2) Die gemeinschaftliche Feier der Versöhnung mit Bekenntnis und Lossprechung des einzelnen bei der die persönliche Beichte eingebettet ist in einen Wortgottesdienst mit Hilfen zur Gewissenserforschung.
Darüber hinaus kennt die Kirche den Bußgottesdienst als gemeinschaftliche Feier der Versöhnung. In Schildgen ist es eine gute Tradition, dass sich die evangelische und die katholische Gemeinde vor Weihnachten und vor Ostern zu ökumenischen Bußgottesdiensten treffen.
Bußkatechese
Für die Bußkatechese gilt, was bei der Kommunionkatechese angeführt ist. Der Vorbereitung kommt die gleiche Bedeutung zu. Wenn es bei der Kommunion um die Einführung in die volle Mitfeier der Messe geht, so stehen hier die Verantwortung und Reflexion des eigenen Handelns im Vordergrund. Die Kinder üben das Nachdenken über die Frage ein, mit welcher Konsequenz sie die Lebensweisungen Gottes angenommen haben und wie sie seine Liebe weiterschenken. Es wird eine altersgemäße Entwicklung des Gewissens angestrebt, das sich an den Geboten Gottes und der Botschaft Christi orientiert. (ibr)
Kontakt:
Ilse Brachtendorf
Altenberger-Dom-Str. 205
51467 Bergisch Gladbach
Tel.: (02202) 86 26 05
Die Ehe
Gott hat den Menschen aus Liebe geschaffen, und auch Gottes Geschöpf, der Mensch, ist zur Liebe bestimmt. Gott ist die Liebe, heißt es im 1. Johannesbrief (1 Joh 4,8+16). In der Ehe sagen die Brautleute Ja zueinander. So schenken sie einander gegenseitig und nehmen sich an. Auf diese Weise spiegelt sich in der ehelichen Liebe die bedingungslose Liebe, mit der Gott die Menschen liebt. Der Priester oder Diakon, der bei der Trauung assistiert, nimmt das Ja-Wort der Brautleute im Namen der Kirche entgegen und segnet die Neuvermählten. Durch die Öffentlichkeit des Eheversprechens erhält die ganz persönliche Liebe der Partner Schutz, Anerkennung und Unterstützung durch die christliche Gemeinschaft. Der gemeinsame Weg der Eheleute und ihre Kinder als Verwirklichung und Erfüllung der gegenseitigen Liebe bezeugen umgekehrt für die christliche Gemeinschaft die Präsenz der Liebe Gottes in der Welt. (mbe)
Zusammen mit dem Priester oder Diakon bereiten sich die Eheleute in Gesprächen auf das Ehesakrament vor.
Die Priesterweihe
Jesus Christus beruft alle Getauften in seine Nachfolge. Bischöfe, Priester und Diakone erhalten durch ihre Weihe einen besonderen Auftrag: Wie die Apostel werden sie von Christus berufen und ausgesandt, um an seiner Stelle den christlichen Glauben zu verkündigen, die Sakramente zu spenden und das Volk Gottes, die christliche Gemeinschaft, zu leiten. Als Zeichen der Übertragung ihres Amtes werden ihnen in der Weihe vom Bischof die Hände aufgelegt.
Die Priester üben ihren Dienst in der Gemeinschaft mit dem Bischof aus, dem rechtmäßigen Nachfolger der Apostel. Der Diakon wird zum Dienst geweiht (griechisch: diakonos = Diener): Er verkündigt und predigt, teilt die Kommunion aus, leitet Wortgottesdienste und Andachten, spendet Taufen, assistiert beim Ehesakrament und leitet Beerdigungen. Wie Bischof und Priester steht er den Gläubigen als Seelsorger zur Seite. Traditionsgemäß widmet sich der Diakon in besonderer Weise der Armenpflege und der Verwaltung (vgl. Apg 6). Das Weihesakrament ist mit der Verpflichtung zur Ehelosigkeit verbunden. Diakone können allerdings auch als Verheiratete die Weihe empfangen.
Ausbildung
Nach einem fünfjährigen Studium zum Diplom-Theologen in der Hausgemeinschaft des Collegium Albertinum durchlaufen die Priesteramtskandidaten eine dreijährige praktische Ausbildung, die vom Kölner Priesterseminar begleitet wird. Für diejenigen, die kein Abitur, aber bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung haben und in ihrem Beruf tätig gewesen sind, gibt es eine Ausbildungsmöglichkeit außerhalb der Universität. Die Ausbildung zum Diakon wird vom Diakoneninstitut in Köln begleitet und kann nebenberuflich absolviert werden. Über einen ersten Kontakt freuen sich unsere Seelsorger. (mbe)
Umfassende Informationen über die Ausbildung zum Priester oder Diakon geben:
Collegium Albertinum in Bonn (Theologiestudium)
Kölner Priesterseminar
Diakoneninstitut
Verschiedene Veranstaltungen zum Thema bietet auch die Diözesanstelle "Beruf der Kirche" an.
Die Krankensalbung
"Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihm im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten; wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben." So schreibt der Apostel Jakobus (Jak 5,14-15) und legt damit den Grundstein für das Sakrament der Krankensalbung.
Eine schwere Krankheit oder die Schwäche des Alters ist nicht nur eine Beeinträchtigung der körperlichen Gesundheit, sie betrifft und bedroht den ganzen Menschen. Jesus zählt den Krankenbesuch zu den Werken der Nächstenliebe, ja er identifiziert sich sogar selber mit den Leidenden. Wenn er Kranke heilt, weist er damit darauf hin, dass das Reich Gottes angebrochen ist und dass Gott das Leben und das Heil des Menschen will.
Stärkung durch den Heiligen Geist
Im Sakrament der Krankensalbung wird deutlich, dass Kranke und Alte in besonderer Weise mit der Kirche verbunden sind und dass sich die Gemeinde ihnen zuwendet und für sie betet. Innerhalb eines Gottesdienstes - zum Beispiel am Krankenbett - salbt der Priester den Kranken Stirn und Hände mit geweihtem Olivenöl und spricht: "Durch diese heilige Salbung helfe dir der Herr in seinem reichen Erbarmen, er stehe dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes. Der Herr, der dich von Sünden befreit, rette dich. In seiner Gnade richte er dich auf."
Über viele Jahrhunderte hinweg wurde das Sakrament der Krankensalbung nur im Angesicht des Todes als "letzte Ölung" gespendet. Seit dem Zweiten Vatikanischem Konzil wird jedoch wieder herausgestellt, dass die Krankensalbung zur geistlichen Stärkung und zur Sorge für das Heil von Schwerkranken und Alten dient und zum Beispiel auch vor einer schweren Operation gespendet werden kann. Wenn sich die Krankheit verschlimmert, kann die Krankensalbung auch wiederholt werden.
Zur Spendung der Krankensalbung stehen die Pfarrer als Ansprechpartner zur Verfügung. (mbe)
Quellen u.a. : Deutsche Bischofskonferenz: Katholischer Erwachsenen-Katechismus, Bonn 1985; Katechismus der katholischen Kirche; R. Ouldenbourg Verlag, München 1993; Karl Rahner, Herbert Vorgrimler: Kleines theologisches Wörterbuch, Freiburg i.Br. 1961
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